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Triglav (2.864m) – 3 Tages Tour in Slowenien

🏔️ Tourenüberblick

Dauer: 3 Tage
Startpunkt: Planina Blato (1147 m)
Ziel: Rundtour mit 7-Seen-Tal zurück zum Ausgangspunkt
Höchster Punkt: Triglav-Gipfel (2864 m)
Gesamte Gehzeit: ca. 20–22 Stunden über 3 Tage
Gesamtstrecke: ca. 38 km
Höhenmeter gesamt: ca. +2200 hm / –2200 hm
Übernachtungen:

  • 1. Nacht: Triglavski dom na Kredarici (2515 m)
  • 2. Nacht: Koča pri Triglavskih jezerih (1685 m)

Der Triglav stand schon lange auf meiner To-do-Liste – nicht nur, weil er der höchste Berg Sloweniens ist, sondern auch, weil die Region einfach atemberaubend schön ist. Also beschloss ich: Das wird mein Geburtstagsausflug.
Einmal hoch hinauf, ganz nah an die Wolken – und ein bisschen Bergabenteuer darfs heuer sein.

Wir waren zu viert unterwegs. Drei von uns – inklusive mir – lieben die Berge und sind gut in Form. Mein Freund Chris war auch dabei, obwohl ihm das Abenteuer bestimmt etwas Überwindung kostete, als jemand der nicht so viel Wandererfahrung hat.

Tag 1: Aufstieg zum Triglav-Haus

Wir starteten am Donnerstag ganz früh morgens in Graz – rund drei Stunden Fahrt lagen vor uns. Da die erste Hütte, die wir ursprünglich ansteuern wollten, bereits ausgebucht war, mussten wir an einem Tag den gesamten Weg bis zum Triglavhaus zurücklegen – eine Herausforderung, da wir etwa 2000hm vor uns hatten.

Um ca. 9:30 Uhr ging’s los – bei Planina Blato konnten wir unser Auto kostenpflichtig für etwa €20/Tag abstellen.
Es war ein heißer Tag, schon in den ersten Minuten wurde uns bewusst: Das wird schweißtreibend. Die Sonne brannte, 29 Grad. Bald kamen wir an der Koca na Planini pri Jezeru vorbei, dann über einen Schotterweg durch ein kleines Hüttendorf – mit einem Überraschungsgast: ein Alpaka! Natürlich musste eine Fotosession her, denn ich finde Alpakas wirklich besonders niedlich.

Dann wurde es steil. Und heiß. Chris und ich ließen die beiden anderen ziehen und nahmen uns mehr Zeit – das Tempo war sonst kaum zu halten, vor allem Chris hatte Probleme mit dem Anstieg. Eine kurze Pause im Schatten, etwas zu essen, und weiter ging’s. Die Landschaft wurde zunehmend felsig und karger.

Auf einer Anhöhe trafen wir uns wieder mit den anderen, um die Lage zu besprechen. Es wurde knapp mit der Zeit, also beschlossen Thomas und Christian, vorzueilen, um unsere Schlafplätze auf der Hütte zu sichern. Chris und ich wanderten in seinem Tempo weiter – und ja, der Weg war wunderschön, aber fordernd. Die Aussichten zwischen sattem Grün und schroffen Felsen waren traumhaft, motivierend – und genau der Grund, warum man so etwas macht.

Gegen 16:30 Uhr erreichten wir eine Zwischenhütte, füllten Wasser auf und gönnten uns eine letzte Verschnaufpause, bevor der finale Aufstieg begann. Zwei Stunden sollten es laut Schild noch sein – wir brauchten über drei.
Der Weg wurde zunehmend anspruchsvoller: felsige Stufen, kleine Kletterpassagen, dann ewig lange Serpentinen auf losem Schotter. Der Wind frischte auf, ein Gewitter war angekündigt, und die Sonne verschwand langsam hinter den umliegenden Berggipfeln.
Aber wir hielten durch. Schritt für Schritt – mit Wanderstöcken, müden Beinen, aber viel Willenskraft.

Das Triglavhaus sieht man erst, wenn man direkt davor steht – und als es endlich auftauchte, war die Erleichterung riesig.
Nach 20:30 Uhr kamen wir an. Geschafft.

Zur Belohnung gab’s einen kühlen Radler – das Abendessen hatten wir leider verpasst. Aber wir waren einfach nur froh, vor dem Unwetter sicher angekommen zu sein.

Ich würde bei dieser Tour vermutlich nicht mehr diese vielen Höhenmeter zum Triglav-Haus zurück legen, sondern eher auf der Hütte davor übernachten. Der Anstieg hat es schon ordentlich in sich und es würde weit weniger Stress bedeuten.

Tag 2: Klettersteig auf den Triglav

Am nächsten Morgen: Temperatursturz auf 15 Grad und starker Wind. Nachts hatte es ordentlich gewittert. Wir frühstückten und entschieden uns trotzdem, den Klettersteig zum Gipfel zu wagen – eine gute Entscheidung, denn später wurde es windstill und sonnig.

Der Aufstieg war spektakulär. Tolle Ausblicke, trotz gut besuchter Passagen, dann wieder felsige Stellen, wo Konzentration gefragt war, in allem aber recht einfach zu besteigen ist. Oben angekommen, wartete eine Überraschung auf mich: ein Stück Kuchen und eine Kerze zum Geburtstag. Ich war super happy.

Der Abstieg war technisch anspruchsvoll – teilweise ungesichert, mit losen Steinen. Aber irgendwann wurde es flacher, das Gelände weitete sich, und wir kamen an einer geschlossenen Hütte vorbei – perfekt für eine kleine Pause.
Ich musste meine erste Blase verarzten, denn die vielen Stunden in den Schuhen forderten ihren Tribut. Ein paar Riegel und Nüsse und weiter ging’s.

Nun kamen wir zu Schneefeldern, stapften über rutschigen Untergrund und mussten noch einen letzten Anstieg meistern, bevor es ins Sieben-Seen-Tal hinabging. Der Weg wurde zunehmend grün, wir sahen Gämse, hörten Murmeltiere und sogar eine kleine Schlange kreuzte unseren Weg. Trotz Müdigkeit war ich völlig überwältigt von diesen Eindrücken.

Dann endlich: ein Wegweiser – 15 Minuten bis zur Hütte.
Der Abstieg führte durch einen Wald, zwischen Wurzeln und Bäumen, bis wir den nächsten See sahen – und dahinter: unsere Unterkunft. Viel gemütlicher als am Vortag, und herrlich idyllisch gelegen. Ich hatte allerdings allgemein den Eindruck, dass man sich nicht ganz nach den angegebenen Gehzeiten der Beschilderung richten konnte, wenn man nicht super schnell unterwegs ist, wir brauchten fast immer etwas länger als angegeben.

Endlich eine warme Mahlzeit für uns und zur Belohnung als Nachtisch ein richtig leckeres Tiramisu. An diesem Abend saßen wir lange vor der Hütte zusammen und genossen die gemeinsame Zeit.
Ich schlief in dieser Nacht ganze sieben Stunden durch – endlich, denn heute hatten wir es um einiges gemütlicher als vergangene Nacht.

Tag 3: Das Ende unserer Tour

Am letzten Morgen – mein offizieller Geburtstag – war ich als Erste wach. Ich setzte mich vor die Hütte, atmete die kühle Morgenluft und genoss die Stille.
Ein perfekter Moment.

Nach dem Frühstück machten wir uns früh auf den Weg zurück zum Auto. Der Weg war nun einfacher, führte durch Wald, vorbei an ersten Wanderern des Tages – und plötzlich stand mitten auf dem Weg eine Kuh. Wir mussten direkt an ihr vorbei – zum Glück ganz entspannt.

Doch dann: eine Kuh mit Kalb. Da wird’s ja manchmal heikel. Aber sie war tiefenentspannt, und das Kalb war richtig neugierig – es schleckte sogar meine Beine ab! Wahrscheinlich mochte es den salzigen Geschmack. Ich musste lachen.

Nach rund zwei Stunden kamen wir wieder an bekannten Orten vorbei, einem Hüttendorf, das wir schon vom Hinweg kannten. Es ging noch einmal steil bergab, dann tauchte die Hütte vom ersten Tag auf – und wir wussten: Jetzt ist es nicht mehr weit.

Nach insgesamt drei Tagen, zahlreichen Höhenmetern, steilen An- und Abstiegen, Klettersteig, Tierbegegnungen und beeindruckenden Weitblicken war klar:
Das war eines der beeindruckendsten Erlebnisse meines Lebens.
Ich würde die Tour auf jeden Fall wieder machen, trotz all der Hindernisse – und bin sehr dankbar für meine wunderbaren Wanderbegleiter.
Denn eins ist sicher: Bergabenteuer machen süchtig und es dürfen noch viele weitere folgen.

Eure Tamara

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