Hochschwab (2.277m) – der Berühmte
Der berühmte Hochschwab steht wohl ganz oben auf der Liste bei vielen Steirischen Bergfexen.
So durfte dieser natürlich auch bei unseren Touren nicht fehlen.
Und der ist ja so eindrucksvoll, wie jeder behauptet.
Zwei Mal mussten wir den Aufstieg verschieben, denn dieser Berg ist bei Gewitter oder Schlechtwetter ganz und gar nicht zu empfehlen. Und beim Aufstieg übers G´hackte, so wie wir ihn bestiegen haben, ist besondere Vorsicht geboten. Da ist schon die eine oder andere Kletterei dabei (für Vorsichtige sind Sicherungsseile vorhanden). Aber ich sag euch was: Diese Tour lohnt sich allemal!
Tourdetails:
Distanz: 19km
Aufstieg: knapp 1400hm
Dauer: etwa 9 Stunden mit Pausen
Anreise: nur mit dem Auto möglich
Einkehr: Häuslalm oder Gasthaus Bodenbauer
Start/Ziel/Parken: GH Bodenbauer
Wir starten ganz früh, denn die Anfahrt dauert über eine Stunde und parken beim Gasthaus Bodenbauer. Die Tagesgebühr kostet uns etwa €6 pro Auto.
Heute sind wir zu Acht unterwegs und kommen von überall her – sogar eine Wienerin hat sich zu unserer Gruppe gesellt.
Beim Gasthaus kann man noch einen schnellen Kaffee trinken oder aufs Klo gehen, bevor man startet.
Das erste Wegschild zeigt uns 4,5 Stunden bis zum Gipfel an. Das wird ein „Hatsch“ – aber die Vorfreude ist riesig, viele von uns möchten schon lange hier hoch.
Zuerst führt uns eine Straße in Richtung der Berglandschaft, ein paar Minuten folgen wir dieser – dann eine Abzweigung leicht links, hier wird der Weg schon steiniger und wir müssen über einen Bach steigen oder stolpern – wie man das auch ausdrücken mag.
Danach folgen wir einem schmäler werdenden Pfad und zuerst müssen wir durch einen Waldweg hinauf, bis dieser nach einer Weile felsiger wird und wir durch Latschenfelder durch müssen.
Nach etwa einer Stunde gehts nun sehr steil nach oben, über Kehren und immer auf Steinpfaden hinauf. Wir kommen ordentlich ins schwitzen, denn die Sonne kann schon so früh am Morgen einiges.
Immer wieder bleiben wir mal kurz stehen um etwas zu trinken und die sich verändernde Landschaft zu bestaunen. Je weiter wir hoch kommen, desto mehr sieht man auch schon von den umliegenden Bergen. Ich bin wie immer ganz entzückt von diesem Anblick. Nichts schenkt mir so viel Zufriedenheit, wie in solche Umgebungen zu blicken.
Nach einer Weile kommen wir an einer Quelle am Weg vorbei, halten kurz inne und manche füllen ihre Wasserflaschen auf.
Wir beschließen vor dem G´hackten noch eine Pause einzulegen und suchen Schatten unter höher gelegenen Latschen, essen ein paar Bissen und machen uns bereit für den großen Aufstieg. Aber erst müssen wir noch mal über Serpentinen bis dahin kommen.
Kurz davor stehen wir vor einem kleinen Kreuz, das wir noch kurz fotografieren und dann gehts weiter.
Die Truppe ist motiviert und wir sind auch bergauf ziemlich flott unterwegs, jeder unterhält sich mit jedem und die Vorfreude auf den Gipfel ist groß.
Plötzlich stehen wir direkt davor: Dem bekannten G´hackten. Zuerst sieht man nur eine schmale und steile Metalltreppe die nach oben führt und die wir mit etwas Vorsicht hinaufsteigen, zwischendurch immer wieder mal an der Felswand leicht hochklettern und plötzlich stehen wir auf einem Abschnitt der uns herrlich über die Landschaft blicken lässt.
Nach einer kurzen Rast hier, geht es weiter hoch bis wir schließlich wieder festen Boden unter den Füßen haben und direkten Blick über eine weite Wiese auf eine Biwakschachtel haben, die hier als Notunterkunft zur Verfügung steht.
Wir sehen in der Ferne schon das Gipfelkreuz und der Weg führt uns weiter nach oben, diesmal nicht mehr so steil wie er schon hinter uns liegt.
Nach ein paar Hundert Metern sind wir endlich oben angekommen und die Freude ist riesig. Der Anstieg hat sich gelohnt. Vom Hochschwabgipfel hat man eine sagenhafte Aussicht in alle Richtungen und wir betrachten fasziniert die Tafel die auf allen Seiten anzeigt, welche Berge wir vor uns haben.
Meine Gedanken kreisen schon jetzt um die vielen Gipfel die noch in Angriff genommen werden dürfen.
Nach ein paar Fotos, lassen wir uns auf der Wiese nieder und holen nun unsere Jause hervor und lassen sie uns schmecken. Egon hat sogar selbstgebrannten Schnaps mitgebracht und reicht uns allen ein Gläschen davon. Ich bin erst etwas skeptisch, denn ich trinke normalerweise keinen Schnaps. Nach ein paar kurzen Augenblicken, nehme ich aber doch an – Gruppenzwang und wir gönnen uns einen Schluck. So schrecklich wie gedacht, war es gar nicht.
Es wird langsam kühl wenn wir hier oben so verschwitzt sitzen und es liegt noch ein weiter Rückweg vor uns, denn wir gehen nicht wieder den selben Weg, sondern über die Häuslalm wieder abwärts.
Wir laufen den Weg hinab zur Biwakschachtel und diesmal geradeaus daran vorbei – vor uns liegt ein Marsch über Wiese, Gestein und endlosen Schleifen die uns abwärts bringen. Wir unterhalten uns und stapfen munter dahin, bis wir schließlich nach einiger Zeit durch ein langläufiges Latschenfeld kommen. Die Sonne scheint jetzt stark und da wir schon wieder weiter unten sind, spüren wir das. Gerade in den Latschen kommt auch nicht so viel Luft dazwischen, deshalb wird es hier sehr warm.
Und nach einer Stunde in etwa sehen wir endlich die Häuslalm vor uns. Plötzlich tritt man heraus aus dem Latschenfeld und da steht sie, ohne Vorwarnung.
Wir sind sehr glücklich darüber, denn wir haben alle eine Erfrischung mehr als nötig.
Wir setzen uns auf die Terrasse der urigen Hütte, wo man auch die Möglichkeit hätte zu übernachten, und gönnen uns etwas spritziges. Hier verweilen wir nicht allzu lange, denn es wird langsam Zeit nach unten zum Ausgangspunkt zu kommen.
Der Weiterweg führt uns nun durch Wald und über viele Wurzeln, es geht noch mal steil bergab. Nach etwa anderthalb Stunden kommen wir wieder auf festen Boden und den Weg den wir schon vom GH Bodenbauer kennen und der auch in Richtung Berge führt.
Nun haben wir unsere Tour geschafft und nehmen ganz viele Eindrücke mit. Jeder spürt, dass wir nicht wenige Höhenmeter hinter uns haben und freut sich auf zuhause und die Dusche.
Jede Gipfeltour hat etwas ganz besonderes, den Hochschwab sollte man aber meiner Meinung nach unbedingt gemacht haben.
Eure Tamara












